Sportwagen

Überflieger von der Insel: McLaren P1

McLaren P1. Quelle: Wikimedia @CC 3.0 by Norbert Aepli, Switzerland
McLaren P1. Quelle: Wikimedia @CC 3.0 by Norbert Aepli, Switzerland

Das Design: Science-Fiction. Die Leistung: überirdisch. Der Preis: unbezahlbar. Eine so einfache Beschreibung wird dem McLaren P1 jedoch nicht gerecht. Das Aushängeschild der Edel-Briten verlangt nach ein paar Worten mehr; nach deutlichen Worten, die die Wucht des Flügeltürers zum Ausdruck bringen.

Wie durch Raum und Zeit

Top-Gear-Moderator Jeremy Clarkson bezeichnete das Gaspedal des P1 als „Hyperspace-Button“. Was er damit meinte: Man sucht sich sein Ziel an einem beliebigen Ort aus, etwa über den Routenplaner von web.de, drückt kurz aufs Gaspedal, und schon ist man da. Die Entfernung spielt dabei keine Rolle, 916 PS sei´s gedankt. Nun ist die Motorleistung alleine schon beeindruckend genug, noch interessanter ist allerdings, aus welchen Quellen sie sich zusammensetzt.

Schlanker Hybrid-Renner im Geschwindigkeitswahn

Wie der Porsche 918 Spyder und der kommende Ferrari LaFerrari ist auch der P1 als Hybridauto konzipiert. Der Dreikampf der Superlative ist praktisch vorprogrammiert.Beim P1stellt ein 3,8-Liter-V8 mit 737 PS die Basis da, hinzu kommt ein Elektromotor mit 179 PS. Durch die Hochzeit von Ottomotor-Leistung und Elektroprinzip beträgt das Drehmoment 900 NM; selbst Jet-Piloten und Formel-1-Fahrer stecken eine solche Kraft nicht unbeeindruckt weg. Beschleunigungs-Fans sei noch gesagt, dass der P1 mit etwa 1.500 kg relativ leicht für ein Hybridauto ist. Tempo 100 wird folglich nach weniger als 3 Sekunden erreicht. Selbst Vollblutsportler wie der neue Honda NSX verblassen neben solchen Werten.

Formel-1-Technologie auf der Straße

Wie es sich für McLaren gehört, wurde der P1 in enger Anlehnung an die Formel 1 konstruiert. Das zeigen auch die Bauteile: Akebono steuert die Karbon-Keramik-Bremsen bei – genau wie beim McLaren-F1-Team also. Darüber hinaus verfügt der P1 über ein Feature, das in der Formel 1 inzwischen nicht mehr erlaubt ist: einen verstellbaren Heckflügel. Im normalen Modus kann er bis zu 12 Zentimeter ausgefahren werden, im Renn-Trimm bis zu 30 Zentimeter. Auf diese Weise wird Abtrieb generiert, die Bodenhaftung steigt. Ab einer gewissen Geschwindigkeit fährt der Spoiler jedoch wieder zurück, da die Downforce ansonsten zu Schäden an der Hinterachse führen kann.

Höchstegschwindigkeit: 350 km/h

Die 300-km/h-Marke erreicht der P1 nach schlappen 16,5 Sekunden. Doch dann ist noch lange nicht Schluss, laut offiziellen Angaben liegt die Höchstgeschwindigkeit bei rund 350 km/h – von Werk aus abgeriegelt, versteht sich. Das ist vielleicht auch besser so, denn wenn es jemals ein Auto gab, das dermaßen zum Höhenflug verleitet, dann ist es wohl der P1. Seine Dimensionen verraten das schon auf den ersten Blick: Keine 1,12 m hoch, aber knapp 2 m breit – radikaler geht es kaum. Auch beim Reifenkauf sollte man besser einen Bogen um die normalen Geschäfte machen, denn was der P1 braucht, gibt es nicht von der Stange. Dazu die geschwungenen Frontlampen, die Heckpartie, die an ein Raumschiff aus einer fernen Galaxie erinnert und natürlich die Flügeltüren: Der McLaren F1 von 1993 hat einen würdigen Nachfolger gefunden.

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