Beobachtung des Verkehrsumfelds

Dialogfähig: GM entwickelt Autos mit sechstem Sinn

Bild: Adam Opel GmbH
Bild: Adam Opel GmbH

Den Fahrer rechtzeitig vor potenziellen Gefahren durch andere Fahrzeuge zu warnen und so Unfälle zu vermeiden – dieses Ziel stand bei der Entwicklung der neuen „V2V“-Systeme von General Motors im Vordergrund. V2V (vehicle-to-vehicle) steht für Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation. Mit entsprechender Technologie ausgerüstete Autos können miteinander kommunizieren und Informationen zum Beispiel über Position und Geschwindigkeit austauschen. Die Autofahrer werden so frühzeitig gewarnt, wenn ein Fahrzeug sich im toten Winkel befindet, in einem schlecht oder nicht einsehbaren Bereich steht oder sich auf die gleiche Kreuzung zu bewegt. Den Stand der V2V-Entwicklung demonstrierten jetzt GM-Ingenieure mit Autos der Marken Cadillac, Saab, Opel und Chevrolet im Testzentrum Dudenhofen.

„Autofahren ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Zu wissen, wo sich ein anderes Fahrzeug im unmittelbaren Umfeld befindet und wohin es sich bewegt, kann genauso entscheidend sein wie die Kontrolle über das eigene Fahrzeug“, erläuterte Hans-Georg Frischkorn, Executive Director, Global Electrical Systems, Controls and Software. „Mit der V2V-Technologie erweitern wir den Wahrnehmungsbereich des Fahrers im Sinne erhöhter Sicherheit im Verkehr, ohne ihn abzulenken oder gar zu entmündigen. Dieser ‚sechste Sinn’ ermöglicht es, potenzielle Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen und so Unfälle zu vermeiden sowie den Verkehrsfluss zu verbessern.“

GM setzt dabei auf erprobte und zuverlässige Komponenten, die aus dem Alltag bekannt sind: Die wesentliche Hardware besteht aus einem Mikroprozessor, GPS-Empfängern (Global Positioning System) und Wireless-LAN-Modulen. In einem Umkreis von mehreren hundert Metern können die Autos so miteinander kommunizieren und ihre Positionen sowie weitere Informationen wie Geschwindigkeit, Beschleunigung oder Bewegungsrichtung austauschen.

Schon heute können Fahrzeuge mit einer Reihe von Sicherheitssensoren ausgerüstet werden. Dazu gehören zum Beispiel radargestützte Sensoren in Verbindung mit Geschwindigkeitsregelsystemen, Spurwechsel-Assistenzsystemen oder Sensoren für die Erkennung von Objekten im toten Winkel. Die Reichweite und den Abdeckungsgrad dieser Einzelsensoren kann GM mit seiner übergreifenden Technik wesentlich verbessern. Dies ermöglicht eine umfassendere Beobachtung und Bewertung der umgebenden Verkehrssituation. Das verspricht eine bessere und erschwinglichere Lösung bei stetig wachsenden Anforderungen an die Umfelderfassung.

Demonstration mit Szenarien aus der täglichen Fahrpraxis

Anhand einer Reihe praktischer Anwendungen machten die Experten von GM die Vorteile der neuen Technologie buchstäblich erfahrbar. So entschärft die Warnung vor einem Fahrzeug im toten Winkel die Gefahr, beim Spurwechsel einen anderen Verkehrsteilnehmer zu übersehen. Gleich mehrere Funktionen helfen, Auffahrunfälle zu vermeiden, wie sie tagtäglich durch schlechte Sicht, unübersichtlichen Straßenverlauf oder eine kurze Unachtsamkeit des Fahrers entstehen: Das System warnt vor einem auf der Straße stehenden Fahrzeug, noch bevor es der nachfolgende Fahrer beispielsweise hinter einer Kurve sehen kann, oder meldet ein Auto, das eine Notbremsung macht, an den nachfolgenden Verkehr. Registriert ein Auto, dass der Hintermann aufzufahren droht, warnt es mit blinkenden Rücklichtern und in dem anderen Wagen wird eine entsprechende Meldung ausgegeben. Dem Fahrer im herannahenden Auto bleibt so genügend Zeit für ein Brems- oder Ausweichmanöver. Je nach Situation erfolgen die Warnungen des Systems optisch, akustisch oder haptisch durch Vibrationen im Fahrersitz.

Ein weiteres Szenario ist die Kollisionswarnung beim Heranfahren an eine Kreuzung: Auch wenn kein Sichtkontakt zwischen den Fahrern zweier Autos besteht, erkennt das System einen drohenden Zusammenstoß schon im Vorfeld und warnt die Fahrer, wenn ein Eingreifen zwingend erforderlich ist – beispielsweise durch Bremsen. Gezielte Hinweise an andere Verkehrsteilnehmer können auch von Baustellen- oder Einsatzfahrzeugen ausgesendet werden, wenn eine Fahrspur endet oder eine Gasse zu bilden wäre.

Breite Verfügbarkeit für möglichst viele Fahrzeugklassen angestrebt

Ganz bewusst setzt GM hier auf eine Technologie, die auf kostengünstigen, bewährten Komponenten basiert und damit für viele Fahrzeuge zur potenziellen Serienausstattung werden kann. Die Alternative wäre es, extrem teure Hightech-Lösungen nur für wenige Fahrzeuge anzubieten. Frischkorn: „General Motors hat sich schon immer für die Demokratisierung von Innovationen eingesetzt. Unsere V2V-Systeme sind bezahlbar und in allen Fahrzeugklassen denkbar. Das ist besonders wichtig, weil sie als kooperative Systeme umso effektiver arbeiten, je mehr Fahrzeuge damit ausgestattet sind.“

Zurück zur Übersicht
Neuere Nachrichten:Ältere Nachrichten:

Zufällige Bilder aus unserer Bildgalerie:

Ford Fusion
Ford Fusion
Citroen C1 - 3- und 5-Türer
Citroen C1 - 3- und 5-Türer
Jaguar S-Type
Jaguar S-Type
Land Rover Defender
Land Rover Defender
 
Warum der Blick über die Landesgrenzen sich lohnt
Foto: pexels
Wer sich intensiver mit Autos beschäftigt, merkt schnell: Die interessantesten Fahrzeuge stehen nicht immer beim Händler um die Ecke. Manchmal ist es das sportliche Coupé aus Italien, die kaum gefahrene ... mehr ...
 
Technische Mängel und Streitfälle
Bild: pixabay.com
Ein Kfz-Gutachten, auch Fahrzeuggutachten genannt, ist ein technisches und rechtlich relevantes Dokument, das den Zustand, den Wert und mögliche Schäden eines Fahrzeugs objektiv beschreibt. Es dient ... mehr ...
 
Mehrere Möglichkeiten für Dienstwagenfahrer
Wer häufig dienstlich unterwegs ist, benötigt ein Fahrtenbuch. - Foto: pixabay.com
Ob Kundentermine, Projektbesuche oder Pendelfahrten – wer in Deutschland einen Firmenwagen fährt, kennt die Herausforderung: Jede Strecke zählt. Und das Finanzamt schaut genau hin, wenn ein Dienstwagen ... mehr ...
 
Neue Bildgalerien

Showcar für den neuen Epiq
Noch in der ersten Jahreshälfte soll der neue Skoda Epiq auf den Markt kommen. Hier die Bilder der im letzten Jahr präsentierten Studie.

Der neue Volvo XC70
XC70 heißt der neue Plug-in-Hybrid von Volvo, der den XC60 irgendwann einmal ganz ablösen wird.

Der neue Volvo EX60 Cross Country
Den elektrischen Volvo EX60 wird es auch in einer optisch auf Offroad getrimmten Variante geben, die bei Volvo traditionell Cross Country he...

Der neue Volvo EX60
Im Mid-Range SUV Segment bringt volvo nun den elektrischen EX60 - derzeit als Ergänzung zum XC60 - heraus.

Citroen Berlingo - Facelift 2024
Bildgalerie zum Facelift des Citroen Berlingo im Jahr 2024

Der neue Honda Prelude
Beinahe 25 Jahre nach dem Ende des letzten Honda Prelude gibt es nun Anfang 2026 auch in Europa die Neuauflage.

Mitsubishi Grandis 2026
Wie derzeit die meisten Modelle ist auch der neue Mitsubishi Grandis im Rahmen der Renault Partnerschaft entstanden. Es handelt sich um eine...

Peugeot 408 - Facelift 2026
Auch die Fastback-Variante der Kompaktklasse bei Peugeot, also der 408, bekommt Anfang 2026 ein Facelift

Peugeot 408 - Facelift 2026
Auch die Fastback-Variante der Kompaktklasse bei Peugeot, also der 408, bekommt Anfang 2026 ein Facelift
 
© Dynamic Works Software & Technology GmbH • 2026