Oft unterschätzt:

Autofahrer brauchen die richtige Brille




Bevor Sie den Führerschein bekamen, mussten Sie einen Sehtest machen. Anschließend ist das nicht mehr gefordert. Das Auge ist jedoch das wichtigste Sinnesorgan beim Autofahren, denn es verarbeitet knapp 90 Prozent aller Informationen während der Fahrt.

In diesem Ratgeberartikel wird beschrieben, was das Auge für Höchstleistungen anstellen muss, um beim Autofahren zu funktionieren und was die perfekte Brille ausmacht, die Sie als Autofahrer benötigen. Die Brille im Straßenverkehr ist viele Menschen ein ebenso wichtiges Utensil wie der Anschnallgurt. Vor allem bei der Generation über 50 kann rund ein Drittel aller Autofahrer nicht mehr ausreichend gut sehen, um sicher im Verkehr unterwegs zu sein.

2015 besaßen 55,05 Millionen Deutsche einen Führerschein, das sind 2 von 3 Einwohnern in Deutschland. Die Gefahr, dass Unfälle durch schlechtes Sehvermögen passieren, ist also enorm groß. Der Bundesverband der Deutschen Augenärzte schätzt die Zahl der jährlichen Unfälle, die auf schlechtes Sehen zurückzuführen sind, auf 300.000.

Infografik

Regelmäßig zum Sehtest


Viele der Betroffenen wissen nicht, dass ihr Sehvermögen sich verschlechtert hat, denn der Sehtest ist nur für den Erhalt des Führerscheins relevant. Besser ist es jedoch, wenn Sie diesen regelmäßig im Abstand von ein bis zwei Jahren wiederholen. Für eine sichere Fahrt reichen in der Regel 70 Prozent des Sehvermögens aus. Wenn Ihnen auffällt, dass sich Ihr Fahr- und Sehverhalten mit der Zeit ändert, sollten Sie auch eher zum Sehtest gehen. Anzeichen dafür, dass sich das Sehen verschlechtert hat, sind:

  • Sie werden an Kreuzungen von Autos, die von links oder rechts kommen, überrascht –Verkehrsteilnehmer tauchen häufig wie aus dem Nichts auf.

  • Beim Überholvorgang sind die entgegenkommenden Autos plötzlich näher, als Sie gedacht haben. Wenn die Sehkraft nachlässt, verschlechtert sich die Wahrnehmung und damit die Fähigkeit, Geschwindigkeiten und Distanzen einschätzen zu können.

  • Auf langen Fahrten bekommen Sie Kopfschmerzen. Das Gehirn kann schlechtes Sehen bis zu einem gewissen Grad ausgleichen. Das ist allerdings anstrengend und verursacht zusätzlichen Stress. Gerötete, tränende oder trockene Augen sowie Kopfschmerzen sind meistens die Folge.

  • Auf Nachtfahrten werden Sie häufiger geblendet. Durch das erhöhte Stresslevel steigt die Empfindlichkeit der Augen. Wenn Sie öfter das Gefühl haben, dass die Scheinwerfer der anderen Fahrzeuge falsch eingestellt sind, sollten Sie einen Augenarzt oder Optiker aufsuchen und einen Sehtest machen.


Die richtige Brille


Eine Sehschwäche ist nichts Schlimmes und kann ganz einfach mit Kontaktlinsen oder einer Brille korrigiert werden. Wichtig ist es, dass Sie sich bei einem Optiker beraten lassen und eine Brille aussuchen, die Ihren Bedürfnissen angepasst wurde. Allgemein sollte eine Brille, die zum Autofahren genutzt wird, folgende Merkmale haben:

  • Entspiegelung
    Entspiegelte Gläser verhindern, dass Sonnenlicht auf dem Brillenglas reflektiert wird, sodass mehr Licht durchgelassen wird. Vor allem bei Nachfahrten entlastet das die Augen.

  • Große Gläser und schlankes Gestell
    Große Gläser schützen auch vor seitlich einfallendem Sonnenlicht. Ein schlankes Gestell – also dünne Bügel und ein schmaler Rahmen – ist nicht nur komfortabler beim Tragen. Je dünner der Rahmen ist, desto weniger wird das periphere Sehen beeinflusst. Das heißt, dass Sie auch Objekte aus den Augenwinkeln heraus wahrnehmen können.

  • Polarisierungsfilter
    Sie reduzieren die Gefahr, dass plötzliche Blendungen durch Licht auftreten, das auf der nassen Straße reflektiert wird. Auch bei schwierigeren Lichtverhältnissen ist kontrastreiches Sehen gewährleistet.

  • UV-Schutz
    Wenn Sie eine Sonnenbrille tragen, sollten Sie darauf achten, dass sie das CE-Zeichen besitzt und der UV-Filter "UV400" beträgt. Nur Brillen dieser Kategorie schützen Ihre Augen zu 100 Prozent vor schädlichen UV-Strahlen.

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