Breite Markteinführung geplant

Daimler und VW beteiligen sich am Biokraftstoffunternehmen CHOREN

Daimler und VW untersuchen seit 2002 zusammen mit CHOREN Einsatzmöglichkeiten, Wirtschaftlichkeit und Energiebilanz von BTL. Die Beteiligung der beiden Unternehmen an CHOREN ist ein weiterer Meilenstein hin zu einer konsequenten Nutzung von Biokraftstoffen der zweiten Generation und unterstützt die weitere Projektentwicklung von BTL-Produktionsanlagen im Weltmaßstab mit einer Produktionskapazität von rund 250 Mio. Litern im Jahr als wichtigen Schritt in Richtung einer breiten Markteinführung dieses besonders umweltverträglichen Kraftstoffs.

CHOREN baut derzeit am Standort Freiberg die weltweit erste kommerziell betriebene BTL-Anlage im industriellen Maßstab (Beta-Anlage). Diese soll ab 2008 jährlich ca. 18 Mio. Liter BTL-Kraftstoff produzieren. Damit kann beispielsweise der Jahresbedarf von bis zu 15.000 PKW gedeckt werden. CHOREN plant zudem die Errichtung einer ersten industriellen Großanlage in Deutschland, einer sogenannten Sigma 1-Anlage mit einer Produktionskapazität von 200.000 Tonnen (250 Mio. Liter) im Jahr. Eine Standortentscheidung hierfür wird zum Jahresende angestrebt. Die weiteren geplanten Sigma-Anlagen haben das Potenzial, einen großen Anteil zur Realisierung der Klimaschutzziele der Bundesregierung beizutragen. Bis zum Jahre 2020 könnten mit 10 bis 15 BTL-Anlagen von CHOREN bis 3 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden.

Prof. Herbert Kohler, verantwortlich für Fahrzeuge, Motor und Triebstrang in der Konzernforschung und Vorentwicklung sowie Umweltbevollmächtigter der Daimler AG: „Der synthetische Biokraftstoff der zweiten Generation BTL ist für uns die vielversprechendste Option von regenerativen Kraftstoffen für heutige Verbrennungsmotoren und ein wichtiger Baustein unserer Umweltstrategie. Wir testen BTL bereits seit 2003 im Alltagsbetrieb unserer Fahrzeuge und konnten die Vorteile des Kraftstoffs beim Betrieb in unseren Dieselmotoren nachweisen. Die breite Einführung von BTL hat das Potenzial, den CO2-Ausstoßdes gesamten Individual- und Güterverkehrs signifikant zu senken. Wir unterstützen daher die Entwicklung und Vermarktung von BTL Kraftstoffen als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität.“

„Volkswagen fordert und fördert seit langem die Entwicklung und industrielle Produktion von Biokraftstoffen der 2. Generation - sogenannte SunFuels“, betont Dr. Wolfgang Steiger, Leiter der Volkswagen Konzernforschung Antriebe. „Ermöglichen diese doch im Vergleich zu Biokraftstoffen der 1. Generation bis zu dreimal höhere Hektarerträge, stellen keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion dar und ermöglichen eine Reduktion der Treibhausgase um ca. 90 %. Durch das finanzielle Engagement beteiligt sich die Volkswagen Aktiengesellschaft im Rahmen der „Driving Ideas“ - Kampagne an der großtechnischen Umsetzung von biogenen synthetischen Kraftstoffen und setzt damit den Weg hin zu einer nachhaltigen Mobilität konsequent fort."

Die Partner werden zudem die Zusammenarbeit bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Markteinführung von BTL Kraftstoffen intensivieren.

„Insbesondere für die Realisierung von Sigma 1 bedarf es einer kalkulierbaren langfristigen Perspektive für den Verkauf von BTL über das Jahr 2015 hinaus. Die aktuellen Diskussionen, Biokraftstoffe ausschließlich nach ihrem Beitrag zur CO2-Minderung unterschiedlich zu fördern, gehen in die richtige Richtung, werden für die Einführung von innovativen Kraftstoffen wie BTL jedoch nicht ausreichen“, so Tom Blades, Geschäftsführer von CHOREN.

BTL ist ein hochreiner, vollkommen schwefel- und aromatenfreier Kraftstoff, der extrem schadstoffarm verbrennt und eine hervorragende CO2-Bilanz aufweist. BTL wird mittels Biomassevergasung aus unterschiedlichsten biogenen Einsatz- und Reststoffen gewonnen und steht damit kaum im Wettbewerb zu Nahrungs- und Futtermittelproduktion. Für Transport und Lagerung von BTL sind keine Anpassungen der bestehenden Infrastruktur erforderlich. BTL kann ohne Anpassungen bei heutigen und zukünftigen Dieselmotoren eingesetzt werden.
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