Wohin gehts mit dem Strompreis?

Über Elektromobilität und Kraftwerksstillegungen

Arbeitet derzeit mit Verlust: Das Kraftwerk Irsching mit den hochmodernen Blöcken 4 (Mitte) und 5 (unten rechts). Bild: Eon
Arbeitet derzeit mit Verlust: Das Kraftwerk Irsching mit den hochmodernen Blöcken 4 (Mitte) und 5 (unten rechts). Bild: Eon

Am heutigen Dienstag berichtet nahezu die gesamte Tagespresse über die geplanten Kraftwerksstilllegungen, die im September und auch vorher bei der Bundesnetzagentur eingegangen sind.

Konkret haben die Berliner Netzwächter derzeit Stillegungsanträge von insgesamt etwa 6.700 Megawatt. Ende September machte bereits der südwestfälische Stromversorger Enervie Schlagzeilen, der kurzerhand seinen gesamten Kraftwerkspark mit rund 1.300 Megawatt Gesamtleistung zur Stilllegung anmeldete. Laut Aussagen des Unternehmens fallen derzeit etwa 30 Mio. Euro Verlust in der Stromerzeugung an, weil sich der Betrieb konventioneller Kraftwerke durch immer stärkere regenerative Energien kaum noch lohnt.

Das Deutsche Energienetz braucht allerdings die Kapazitäten vor allem im Winter und nachts, wenn insbesondere durch die Erzeugung von Solarstrom deutlich weniger ins Stromnetz eingespeist werden kann.

Insbesondere an sonnigen Tagen im Frühjahr, Sommer oder Herbst, müssen die Energieversorger mittlerweile bis zu etwa 50 Euro pro Megawattstunde (das entspricht 5 Cent pro kWh) an der Strombörse hinzuzahlen.

Fossile Kraftwerke mehr und mehr in Reserve
Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, können Kraftwerksbetreiber ihre Kraftwerke nicht einfach abschalten. Sie müssen auf Anordnung der Bundesnetzagentur, die dies mit den vier großen Netzbetreibern in Deutschland abspricht, in der sogenannten Kaltreserver vorgehalten werden. Die Kraftwerksbetreiber werden für diese Anordnungen per Gesetz entschädigt - die entstehenden Kosten werden auf die Netzentgelte, also den Verbraucher, umgelegt.

Schildbürger-Geschichten
Der erste prominente Fall einer Fast-Bauruine ist das Eon - Kraftwerk in Irsching. Insbesondere geht es um den Block 5, der mit 860 MW Leistung erst im Jahr 2010 in Betrieb ging. Es ist eins der modernsten Gaskraftwerke in Deutschland, arbeitet aber leider mit lediglich 1.600 Betriebsstunden (2012) nicht wirtschaftlich. Ende 2012 ist hier bereits ein Streit zwischen Regierung und Eon ausgebrochen, denn für den Weiterbetrieb werden 100 Mio. Euro Entschädigungszahlungen eingefordert um kostendeckend arbeiten zu können.

Ein weiterer Fall ist das GuD (Gas- und Dampf) Kraftwerk Hürth-Knapsack, das von statkraft betrieben wird. Im Juni 2013 sollte dieses Kraftwerk in Betrieb gehen, aber nach Medienberichten dreht sich in dem 400 Megawatt-Block noch nichts.

Verbraucher zahlt für Energiewende doppelt
Für angurten.de ist die derzeitige Situation vor allem der Politik geschuldet. Seit Jahren bereits werden Überland-Leitungen nicht ausgebaut, erst 2011 griff man im Zuge des Atom-Moratoriums auf Pläne zum Netzausbau zurück, die bereits seit 2003 vorliegen.

Ferner wurden die erneuerbaren Energien, darunter vor allem die Photovoltaik durch horrende Einspeisevergütungen subventioniert. Diese Anlagen drücken nun den Strompreis an der Strombörse und sorgen dafür, dass die Betreiber für die Bereithaltung der Kapazitäten entschädigt werden. Das heißt also, dass man für das, wofür man bereits die EEG-Umlage (Erneuerbare Energien Gesetz) bezahlt, nun auch noch einen deutlichen Anstieg in den Netzentgelten bezahlen muss.

Möglicherweise ist bei sich fortsetzendem Trend bereits im Jahr 2014 mit einer nochmaligen deutlichen Steigerung des Strompreises zu rechnen. Wir vermuten, dass man sich an Preise um 35 Ct. (2012: ca. 23 Ct.) gewöhnen muss.

Dringender denn je ist jetzt endlich die Politik mit vernünftigen Lösungen und einem regulierenden und langfristig ausgelegten Eingriff gefordert, um den Anstieg der Preise ein wenig abzumildern.
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