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100 Jahre Lancia: Tradition und Zukunft voll Innovationen

Bild: Lancia Lanbda 1.-5. Serie - 1922-1925 © Lancia
Bild: Lancia Lanbda 1.-5. Serie - 1922-1925 © Lancia

Rechtzeitig zum Frühjahr debütiert der neue Lancia Thesis 2.4 jtd mit Fünfgangautomatik und serienmäßigem Partikelfilter. Sein neu entwickeltes 2,4-Liter-Fünfzylindertriebwerk mit Common-Rail-Direkteinspritzung leistet 136 kW/185 PS, verfügt über ein maximales Drehmoment von 330 Nm bei nur 1750/min und erfüllt in Verbindung mit dem serienmäßigen Diesel-Partikelfilter die Euro IV-Abgasnorm. Der Lancia Thesis 2.4 jtd, dessen ausdrucksstarkes Design klassische Elemente der Lancia-Formensprache zitiert, steht ab Ende März 2006 zum Preis von 46 990 Euro bei den Händlern.



Mit dieser aktuellsten Diesel-Technologie und dem beim Lancia Thesis-Debüt erstmals eingeführten, elektronisch geregelten Stoßdämpfersystem Skyhook steht die luxuriöse Limousine in bester Tradition technisch anspruchsvoller Lancia-Automobile. Vincenzo Lancia suchte ständig neue Lösungen mit dem Ziel, seinen Kunden das beste Auto mit der modernsten Technik zu offerieren. Bereits 1922 präsentierte Lancia mit dem Lambda eine Revolution auf Rädern. Das erste Auto mit einer selbst tragenden Karosserie-Struktur, Einzelradaufhängung vorn und V4-Motor mit nur 14 Grad Zylinderwinkel begeisterte Fachwelt und Kunden mit herausragenden Fahreigenschaften und Fahrleistungen.



Für Vincenzo Lancia war die vom Lambda ausgelöste internationale Reputation Bestätigung seiner Philosophie und Motivation, diese fort zusetzen. Mit den Achtzylindermodellen Dilambda (1929) und Astura (1931) transferierte er das avantgardistische Lambda-Konzept in die Oberklasse. Das Mittelklassemodell Lancia Aprilia brillierte bei seinem Debüt 1937 mit vier einzeln aufgehängten Rädern, einem großzügigen Innenraumangebot und aerodynamisch optimierter Karosserie (cw-Wert: 0,47). 47 PS leistete der 1,5 Liter-V4-Motor mit 17 Grad Zylinderwinkel.



Lancia, jetzt von Sohn Gianni geführt, blieb dem Credo seines Gründers treu: Innovation, Qualität, Eleganz, Individualität und Luxus waren und sind charakteristische Lancia-Attribute. Die legendäre Aurelia, erste Neukonstruktion nach dem zweiten Weltkrieg, manifestierte diese Lancia-Tradition: der weltweit erste Leichtmetall-V6-Motor (60 Grad-Zylinderwinkel), Einzelradaufhängung rundum (Schräglenker-Hinterachse), Transaxlebauweise, Stahlgürtelreifen sowie eine Karosserie ohne Mittelpfosten charakterisierten die viertürige Limousine bei ihrer Premiere auf dem Turiner Salon 1950 als technologischen Trendsetter. Als zeitlos-elegantes Coupé folgte 1951 später mit der schlichten Bezeichnung B 20 GT die bedeutendste Aurelia. Von Mario Felice Boano gezeichnet und produziert bei Pininfarina gründete das Coupé die GT-Klasse. Dieser erste Gran Turismo debütierte mit zwei Liter Hubraum und 75 PS, es folgten 2,5 Liter-Varianten mit Leistungen zwischen 110 und 118 PS. Als offene Höhepunkte verzückten 1955 der Aurelia B 24 Spider von Pininfarina und 1956 eine dezent modifizierte Version (B 24 Convertibile).



Die Oberklasse-Limousine Flaminia, erschienen 1957 und das erste italienische Automobil mit vier Scheibenbremsen, gilt bis heute als die bedeutendste Design-Innovation der fünfziger Jahre. Die flache, gerade Trapezlinie und der besondere Flankenknick der Pininfarina-Kreation blieben bis in die achtziger Jahre Vorbilder modernen Automobil-Designs. Die Flaminia startete mit einem 2,5 Liter-V6-Leichtmetallmotor, später folgte eine Version mit 2,8 Liter und 129 PS. Coupé- und Cabrio-Versionen von Pininfarina, Touring und Zagato vervollständigten das Flaminia-Angebot.



Schon 1960 begann bei Lancia mit der Mittelklasse-Limousine Flavia die Ära des Frontantriebs. Technikchef Antonio Fessia konstruierte mit der Flavia einen der progressivsten italienischen Wagen mit kompaktem 1,5 Liter-Vierzylinder-Boxermotor, Frontantrieb, vier Scheibenbremsen und Trapez-Karosserie. Auch hier begeisterte das von Pininfarina gezeichnete, zeitlos-elegante Coupé mit seiner grazilen Linie. Es folgte 1963 mit der Fulvia das bis dahin erfolgreichste Lancia-Modell der Geschichte. Über 300.000 Exemplare produzierte Lancia im neuen Werk in Chivasso bei Turin. Das Frontantriebs-Layout übernahm man von der Flavia, der engwinklige V4-Motor (knapp 13 Grad) mit zwei oben liegenden Nockenwellen startete mit 1,1 Liter Hubraum und 58 PS, später waren es 1,3 Liter und 89 PS im attraktiven Coupé, das 1965 debütierte. Daraus mutierten die sportlichen Versionen 1.3 HF und 1.6 HF.



Mit dem kompromisslos für den Sporteinsatz konzipierten Stratos revolutionierte Lancia den Rallyesport der siebziger Jahre. Unter der keilförmigen Bertone-Karosserie agierte ein 2,4 Liter-V6-Mittelmotor mit vier oben liegenden Nockenwellen. Der Serien-Stratos leistete 190 PS, die Rallyevariante sorgte mit knapp 300 PS für fulminanten Vortrieb. 82 Rallyesiege, drei Rallye-Europameisterschaften und drei Rallye-Weltmeisterschaften standen am Ende auf dem Stratos-Konto. Der Lancia Delta S4 debütierte 1985 mit einem hoch dosierten Technik-Konzentrat und erstmals realisierte Lancia ein duales Aufladesystem: Ein mechanischer Roots-Kompressor in Kombination mit einem Abgasturbolader entlockte dem Zweiliter-Vierzylinder-Aggregat in der Gruppe B-Konfiguration bis zu 450 PS, ein innovativer Allradantrieb mit variablen Sperren verteilte die Leistung auf alle vier Räder.



Unter der Regie der Fiat S.p.A. – die Übernahme erfolgte 1969 – entwickelte sich Lancia von der elitären Nobelmarke mit kleinen Stückzahlen zum Hersteller technisch anspruchsvoller Automobile für den ständig wachsenden Markt engagierter Individualisten. 1972 erschien der frontgetriebene Lancia Beta, das individuelle Kombi-Coupé Beta HPE (High Performance Estate) setzte neue Akzente. Als Fulvia-Ersatz debütierte 1979 mit dem Delta eine edle Kompakt-Limousine im eleganten Giugiaro-Design, die allradgetriebenen Delta HF 4WD (Debüt 1985) und die Delta Integrale-Versionen schrieben Rallyegeschichte.



Die feine Limousine Thema, vorgestellt 1984, gefiel mit dezenter Eleganz, einem Turbotriebwerk mit zwei Ausgleichswellen und der erstmals eingesetzten Overboost-Funktion. Eine kurzzeitige Anhebung des Ladedrucks sorgte für einen zusätzlichen Leistungsschub. Der Thema 8.32 (8 Zylinder, 32 Ventile, 3.0 Liter Hubraum, 215 PS) begeisterte Connaisseurs mit einem V8-Aggregat von Ferrari. Am anderen Ende der Skala kreierte Lancia 1985 mit dem Y 10 ein neues Segment des luxuriösen Kleinwagens. Mit dem Nachfolger Lancia Y, dem aktuellen Lancia Ypsilon sowie dem edlen Kompakt-Van Lancia Musa hat das Traditionsunternehmen diesen Trend zum individuellen, hochwertig ausgestatteten, lifestyle-orientierten Kompaktwagen erfolgreich kultiviert

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