Volkswagen gibt im Deutschen Hygienemuseum Dresden einen Ausblick auf ein neues Fahrerassistenzsyste

Kampf dem Sekundenschlaf

In ferner Zukunft soll es gerade mal die Größe eines Ein-Cent-Stücks haben. Es wird unauffällig in ein Fahrzeug integriert sein und künftige Generationen von Autofahrern unterstützen: Ein kleines Objektiv ist Teil eines Prototypen-Fahrerassistenzsystems, das in Zukunft den Fahrer frühzeitig darüber informiert, bevor er in den gefürchteten Sekundenschlaf fällt. Doch ganz so weit ist es noch nicht. Ein erster Vorläufer dieses Systems von Volkswagen steht noch bis zum 3. Oktober im Deutschen Hygienemuseum Dresden. Eine Sonderausstellung zum Thema „Schlaf und Traum“ widmet sich dort unter anderem neuesten Erkenntnissen zum Thema Sekundenschlaf.

Die Volkswagen Konzernforschung erprobt bereits seit einigen Jahren in Forschungsfahrzeugen ein System, das den Sekundenschlaf verringern soll. Denn der Sekundenschlaf ist nach einer Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) bei 24 % der tödlichen Autobahnunfälle die Unfallursache.

Im Zentrum der Neuentwicklungen für intelligente Fahrerassistenzsysteme standen bisher das Fahrzeug und die Fahrzeugumgebung. So unterstützen Systeme wie die automatische Distanzregelung (ACC), das Umfeldbeobachtungssystem Front Scan und der Spurwechselassistent Side Scan, die im Frühjahr im neuen Touareg eingeführt wurden, den Fahrer bei der Fahraufgabe. Beim Thema „Sekundenschlaf“ steht nun erstmals der Zustand des Fahrers im Zentrum der Forschungsarbeit. Der neu entwickelte Assistent ist im Rahmen seiner technischen Möglichkeiten in der Lage zu erkennen, ob der Fahrer eines Autos wach oder müde ist. Die Information über den Müdigkeitsgrad wird dabei aus dem Lidschlagverhalten des Fahrers abgeleitet.

Zu Beginn der umfangreichen Forschungsarbeit wurden eine Reihe von Fahrsimulatoruntersuchungen in Wolfsburg und am Zentrum Mensch-Maschine-Systeme der TU Berlin durchgeführt. Auf monotonen oder kurvenreichen Strecken fuhren die Testteilnehmer zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten bis zum Einschlafen. Dabei wurden Fahrparameter, Blickbewegungen und Lidschluss- sowie Mimikparameter aufgezeichnet und auf ihre Vorhersagekraft bezüglich des Fahrerzustandes analysiert. Die Ergebnisse aus diesen empirischen Untersuchungen zeigten, dass die Parameter, die das Lidschlussverhalten beschreiben, am geeigneten sind, drohendes Einschlafen zu erkennen.

In der weiteren Forschung wurde ein kamerabasierter Sensor spezifiziert und entwickelt, mit dem es möglich ist, diese Lidschlussparameter beim Fahrer zu messen. Für ein automotivtaugliches System müssen alle Bauteile eines solchen Kamerasystems verkleinert werden, um möglichst wenig von dem beschränkten Bauraum im Fahrzeug zu beanspruchen. Es muss große und kleine Fahrerinnen und Fahrer erfassen können, unter allen Beleuchtungsbedingungen gleichermaßen gut funktionieren und gegenüber Erschütterungen, die im Fahrzeug auftreten, ebenso resistent sein wie für größere Temperaturunterschiede, um nur einige der spezifischen Anforderungen im Fahrzeug zu nennen.

Das Erkennen von Müdigkeit und Aufmerksamkeitsmangel beim Fahrer muss dann in geeignete Gegen- und Unterstützungsmaßnahmen münden. Deshalb werden aktuell verschiedene Strategien untersucht, den Fahrern eine hilfreiche, wahrnehmbare aber nicht erschreckende Rückmeldung zu geben. Außerdem wird untersucht, wie das Fahrerbeobachtungssystem mit weiteren Fahrerassistenzsystemen zur Abstands- und Spurhaltung gekoppelt werden kann, um dem Fahrer entsprechend seiner aktuellen Leistungssituation angemessene Unterstützung zu gewähren. Für die Zukunft rückt die Vision in greifbare Nähe, dass das Fahrzeug über Funktionen verfügt, die wie ein Begleiter über den Fahrer wacht, um sein Verhalten zu optimieren.

Dr. Katharina Seifert, Projektleiterin der Volkswagen Konzernforschung, betont: „Die Entwicklung eines solchen Assistenzsystems ist ein wichtiges Forschungsfeld für uns. Grundsätzlich werden wir den Fahrer aber niemals aus seiner Verantwortung nehmen. Das System kann keine Garantie gegen die Einschlafgefahr geben. Es kann und soll lediglich den Fahrer unterstützen und warnen, wenn seine Wachheit nachlässt. Er kann dann selbst entscheiden, ob er eine Pause einlegt und das Fahrzeug abstellt.“

Das Deutsche Hygienemuseum in Dresden präsentiert auf einer Ausstellungsfläche von rund 800 Quadratmetern noch bis zum 3. Oktober über 300 Objekte internationaler Leihgeber. Neben wissenschaftlichen und kulturgeschichtlichen Exponaten werden bei der Sonderausstellung auch zeitgenössische Kunstwerke präsentiert. Die Ausstellung unter Leitung des Kurators Dr. Michael Dorrmann entstand in Zusammenarbeit mit der Wellcome Collection London, die die Sammlung vom 30. November 2007 bis März 2008 in der britischen Metropole beherbergen wird. Nähere Informationen zur Sonderausstellung „Schlaf & Traum“ erhalten Sie unter www.dhmd.de.
Zurück zur Übersicht
Neuere Nachrichten:Ältere Nachrichten:

Zufällige Bilder aus unserer Bildgalerie:

BMW 3er Coupe
BMW 3er Coupe
Kia Magentis - Motor
Kia Magentis - Motor
Hyundai Terracan
Hyundai Terracan
Suzuki Grand Vitara
Suzuki Grand Vitara
 
Padborg Park
Das Feeling auf einer Rennstrecke... - Foto: pixabay.com
Wer aus Norddeutschland kommt und Streckenzeit sucht, schaut zunehmend nach Dänemark, weil Anreise, Streckenbetrieb und Trainingsangebote dort oft überraschend unkompliziert zusammenpassen. Besonders ... mehr ...
 
Materialvergleich und Praxistipps
Zurrgurt liegt unter Spannung direkt auf einer scharfen Metallkante ohne Schutz. - Foto: pexels

Kantenschutz bei der Ladungssicherung: Warum er unverzichtbar ist

Ein Transporter voller Möbel, Maschinenteile oder Paletten mit Metallprofilen – und mittendrin ein Zurrgurt, der nach wenigen ... mehr ...
 
Nachhaltig unterwegs
Foto von Andersen EV auf Unsplash

Wer sein E-Auto zu Hause lädt

Wer sein E-Auto zu Hause mit selbst erzeugtem Solarstrom lädt, zahlt pro Kilowattstunde in aller Regel deutlich weniger als an einer öffentlichen Ladesäule. Ein ... mehr ...
 
Neue Bildgalerien

Der neue Mercedes GLA
Der neue Mercedes GLA kommt zuerst nur elektrisch, später auch als Hybrid.

Premiere des VW ID. Cross
Etwas höher und länger als der ID. Polo: Das ist der neue VW ID. Cross. Also das Pendant zum T-Cross.

Neuer Audi A6 allroad
Ein Jahr nach der Premiere des neuen Audi A6 haben die Ingolstädter nun auch den A6 allroad vorgestellt. Voll breit.

BMW 7er Facelift 2026
Im Sommer 2026 gibt es ein Facelift und Upgrade für den BMW 7er

Erstmals: BMW iX5
In der BMW X5-Reihe gibt es in der neuen Generation erstmals einen iX5

Der neue BMW X5 (2027, G65)
Der neue BMW X5 kommt als drittes Modell der „Neuen Klasse“. Die Lichtsignatur ist gewöhnungsbedürftig.

Upgrade für den Audi A3 Sportback
Zu guter Letzt noch die Bildgalerie zum Upgrade des A3 Sportback: Auch hier finden die Änderungen innen statt.

Upgrade für die Audi A3 Limousine
Audi die Limousine des Audi A3 wird beim Upgrade im Sommer 2026 nur innerlich verändert.

Upgrade für die Audi A3 Limousine
Audi die Limousine des Audi A3 wird beim Upgrade im Sommer 2026 nur innerlich verändert.
 
© Dynamic Works Software & Technology GmbH • 2026