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Informationen zum VW Passat VII Variant (2010-2014)

 
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Historie - VW Passat VII Variant (2010-2014)

Shortfacts

Baujahr: 2010 - 2014
Generation I – 1973 bis 1980

Rückblende. Juli 1973: Volkswagen bringt den Nachfolger der Modelle 1600 und 411 in den Handel. Eine moderne Schräghecklimousine mit Frontantrieb und vorn längs eingebautem Reihenmotor. Wassergekühlt! Schluss mit luftig. Sensationell. Denn bis dahin dominiert – mit Ausnahme des K70 – der luftgekühlte Boxermotor im Heck die Volkswagen Geschichte. Sicher, den Käfer gibt es noch. Und wie es ihn gibt. Aber dieser Passat mit seinem überlegenen Antriebs- und Karosseriekonzept ist die Zukunft. Fest steht: das Produkt ist gut. Unter der Motorhaube sorgen Benziner mit bis zu 63 kW / 85 PS für agilen Vortrieb. Dass aber dort vorn Generationen später TDI-Motoren arbeiten, die deutlich unter fünf Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern verbrauchen; dass es in der Zukunft via Kompressor und Turbolader dynamisierte EcoFuel-Erdgasmotoren im Passat gibt; dass künftige Doppelkupplungsgetriebe (DSG) schneller und besser als jeder Fahrer schalten, all dass steht, wenn überhaupt, vor 37 Jahren höchstens in den Sternen.

Vieles andere auch. Als der erste Passat die Montagehallen im Werk Emden verlässt, lenkt Willy Brandt gerade als Bundeskanzler die Geschicke Deutschlands, schließen Hillary Rodham und ihr Freund Bill Clinton ihr Jurastudium an der Yale University ab, rettet Roger Moore in Live and let die als James Bond die Welt, singt Heino vom Edelweiß, bringt Pink Floyd The Dark Side of the Moon heraus, zeigt IBM die erste Festplatte und stellt damit die Weichen für das Computerzeitalter.

Der erste Passat ist ein gewichtsoptimiertes Auto mit zwei oder vier Türen und Platz für fünf Personen. Motorseitig besteht die Wahl zwischen drei Benzinern in zwei Hubraumklassen. Bereits im Februar 1974 übernimmt die ganz großen Transportaufgaben der neue Passat Variant. Dank seiner lang gestreckten Silhouette und Variabilität avanciert er ebenfalls sofort zum Bestseller.

Als die Bee Gees 1977 mit Stayin’ Alive in Saturday Night Fever die Disco-Welle auch nach Deutschland überschwappen lassen, stellt Volkswagen mit einem klassischen Facelift den stilistisch und aerodynamisch optimierten Passat der immer noch ersten Generation vor. Kunststoffverkleidete Stoßfänger kennzeichnen die Baureihe fortan von außen; innen verbessert sich die Ergonomie vieler Bauteile.

Im März 1978 folgt der bereits im Golf erfolgreiche 1,5-Liter-Dieselmotor (37 kW / 50 PS) für den Passat. 7,5 Liter Durchschnittsverbrauch und bei zurückhaltender Fahrweise noch viel weniger deklarieren eine neue Welt der sparsamen Automobile. Im April 1980 durcheilt der Passat in Sachen Stückzahlen die Zweimillionen-Grenze. Als im Spätherbst der Nachfolger eingeführt wird, hat sich der Passat mit 2,6 Millionen Exemplaren bereits seinen Platz in der Automobilgeschichte gesichert.


Generation II – 1980 bis 1988

Die zweite Generation des Mittelklasse-Modells debütiert im November 1980. Diana Ross tourt in diesen Tagen mit Upside Down durch die Welt; David Bowie macht sich mit Ashes To Ashes unsterblich; Ronald Reagan wird der mächtigste Mann der Welt. Ob einer von ihnen damals Passat fuhr, ist nicht überliefert. Aber der ist eine Neukonstruktion, größer, edler und erwachsener. Der Passat hat sich jetzt zudem vom Audi 80 gelöst und folgt eigenständigen Wegen. Natürlich hält Volkswagen auch in der zweiten Generation des Passat an der erfolgreichen Fließhecklimousine fest, präsentiert diesmal aber zeitgleich den neuen Variant. Beide Versionen überzeugen technisch unter anderem mit einer neuen, innovativen Verbundlenkerhinterachse. Die Motoren sind nach wie vor quer eingebaut.

Als besonders wirtschaftliches Aggregat arbeitet unter der Motorhaube ein neuer 1,6-Liter-Diesel mit 40 kW / 54 PS; im August 1982 steigt die Leistung der Selbstzünder mit dem ersten Turbodiesel im Passat auf 51 kW / 70 PS. Sofort zur Markteinführung ist der Passat derweil erstmals mit einem Fünfzylinder-Benziner lieferbar (85 kW / 115 PS). Im selben Jahr bringt Volkswagen eine klassische Passat Limousine mit vier Türen und konventionellem Kofferraum auf den Markt: den Santana. Parallel fließen immer mehr Hightech-Komponenten in das Programm ein. Beispiel: der ab 1984 lieferbare Allradantrieb im Passat Variant GT syncro.

1985 folgt ein umfassendes Facelift. Im selben Jahr liefert Volkswagen die ersten Passat mit geregeltem Katalysator (66 kW / 90 PS) und den dreimillionsten Passat überhaupt aus. Als Topversion geht der 200 km/h schnelle Passat mit 2,2-Liter-Fünfzylindermotor (100 kW / 136 PS) an den Start. Im März 1987 durchbricht die Baureihe die Viermillionen-Grenze.


Generation III – 1988 bis 1993

1988 bahnt sich das Ende des kalten Krieges an. Michail Gorbatschow eilt nach New York und gibt das Signal aus, dass jeder sozialistische Staat sein gesellschaftliches System frei wählen könne. Im selben Frühjahr schickt Volkswagen die dritte Generation des Passat und Passat Variant in den Handel. Sie zeigt neue Qualitäten, ist deutlich größer geworden, brilliert mit einer völlig neuen Designlinie, besitzt einen wesentlich längeren Radstand und nun quer eingebaute Motoren. Wieder präsentiert Volkswagen zeitgleich den Variant. Beide Karosserieversionen kennzeichnet eine ausgesprochen perfekte Aerodynamik.

Keine zwei Jahre später überqueren die ersten Trabis, Wartburg, Skoda und Lada die offene deutsche Grenze von Ost nach West; tausende Volkswagen sind in der Gegenrichtung unterwegs. Im Sommer nach der Wende knackt der Passat die Produktionsgrenze von fünf Millionen Einheiten. Ein weiteres Highlight: der im Frühsommer 1991 eingeführte VR6. Aus 2,8 Litern Hubraum entwickelt der kompakte Sechszylinder agile 128 kW / 174 PS; die Höchstgeschwindigkeit der Passat VR6 Limousine liegt bei 224 km/h, der Variant erreicht 218 km/h.


Generation IV – 1993 bis 1996

Bill Clinton ist seit einem halben US-Präsident der USA und Helmut Kohl im elften Jahr Bundeskanzler, als Volkswagen im Hochsommer 1993 nach mehr als 1,6 Millionen gebauten Exemplaren der dritten Generation einen neuen Passat vorstellt. Genau 20 Jahren nach der Einführung sind zu diesem Zeitpunkt bereits 6,2 Millionen Exemplare produziert.

Im Herbst 1993 werden die ersten Passat der vierten Generation ausgeliefert. Auffälligstes optisches Merkmal: die nun nicht mehr nahezu geschlossene Frontpartie, sondern ein Kühlergrill klassischer Bauart. Wie beim Vorgänger, sind die Motoren quer eingebaut. In nur drei Jahren werden vom nochmals in vielen Bereichen optimierten Passat und Passat Variant dieser Generation nahezu 700.000 Einheiten verkauft. Die passive und aktive Sicherheit optimieren serienmäßig Fahrer- und Beifahrer-Airbag, Gurtstraffer und das Antiblockiersystem (ABS).

Eine technische Revolution stellt 1993 ein Motor mit dem Kürzel TDI dar. Der Turbodiesel-Direkteinspritzer leistet 66 kW / 90 PS und ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 178 km/h; der Durchschnittsverbrauch beträgt lediglich 5,3 Liter (Variant 5,4 Liter). Im Februar 1996 wird das TDI-Programm um einen 1,9-Liter-Vierzylinder mit 81 kW / 110 PS ergänzt.


Generation V, Serie I – 1996 bis 2000

Deutschland wird am 30. Juni 1996 nach dem legendären Golden Goal durch Oliver Bierhoff im Londoner Wembley-Stadion zum neuen Fußball-Europameister. Zwei Monate später, im August, stellt Volkswagen den Passat der fünften Generation mit längs eingebauten Motoren vor. Qualität, Sicherheit und Komfort erreichen nun ein Niveau, mit dem die Grenzen zur nächst höheren Fahrzeugklasse in vielen Bereichen außer Kraft gesetzt werden. Die neu designte Karosserie ist vollverzinkt und extrem verwindungssteif. Zwei von vielen technischen Highlights: das Fahrwerk mit einer neuen Vierlenker-Vorderachse sowie serienmäßige Seitenairbags. Ab September 1999 gehört in Deutschland das ESP für alle Passat-Modelle zum Serienstandard.


Generation V, Serie II – 2000 bis 2004

Deutschland feiert das neue Jahrtausend im Sommer 2000 mit der Weltausstellung Expo in Hannover. Im Oktober präsentiert Volkswagen eine umfangreich überarbeitete fünfte Generation. Die Modifikationen sind derart weitreichend, dass die Bezeichnung Facelift nicht mehr den Kern der Sache trifft. Die zweite Serie der fünften Generation weist optisch und technisch in die Zukunft. Die neu gestaltete Frontpartie mit ihrem Chrom-Kühlergrill sowie die neue Heckpartie mit den markanten Rückleuchten unterstreichen dabei die Höherpositionierung der Baureihe. Mit neuen Bestmarken in Sachen Qualität lässt der Passat viele Wettbewerber alt aussehen. Neben den serienmäßigen Front- und Seitenairbags sind nun optional seitliche Kopfairbags verfügbar.

Eine exklusive Sonderstellung genießen die 202 kW / 275 PS starken, allradgetriebenen W8-Modelle. Im Bereich der Volumenmotorisierung folgt im Dezember 2001 ein neuer 2,0-Liter-Vierzylinder mit 96 kW / 130 PS. 2003 debütiert im März darüber hinaus ein neuer V6 TDI mit 132 kW / 180 PS, automatisch gekoppelt an den Allradantrieb 4MOTION. Und bereits zwei Monate danach wird das TDI-Programm um einen weiteren V6-TDI für den Frontantrieb erweitert. Er leistet 120 kW / 163 PS und erfüllt ebenso wie der handgeschaltete 180-PS-V6 die strenge EU-4-Abgasnorm.

Am 13. Mai 2003 indes wird im Volkswagen Werk Emden der zwölfmillionste Passat produziert. Im Herbst 2003 folgt eine weitere Innovation im Motorenbereich: Der Passat 2.0 TDI (100 kW / 136 PS) mit Rußpartikelfilter. 2004 feiert Volkswagen die Produktion des 13millionsten Passat. Ende des Jahres fahren die letzten Exemplare dieser Generation von den Montagebändern. Sie machen Platz für die neue, sechste Generation. Ihre Geschichte beginnt mit der Weltpremiere am 15. Februar 2005 in Hamburg.


Generation VI – 2005 bis 2010

Der sechste Passat ist ein Automobil, das ebenso stilvoll wie zweckmäßig, ebenso komfortabel wie durchdacht ist. Denn nicht nur die übergeordneten Features – die nun wieder quer eingebauten Motoren, das Fahrwerk, die Karosserie – sind neu konfiguriert. Parallel sind es vielmehr clever konzipierte Funktionselemente, die das bewegte Leben besser machen. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele: etwa die sportlich-komfortablen Langstrecken-Sitze, das schlüssige Start- und Schließsystem, die elektronische Parkbremse, eine automatische Abstandsregelung oder die zugfreie Climatronic.

Sein prägnantes Design zeigt stilvolle Linien, eine hohe Eigenständigkeit und ein damals neues Markengesicht mit einem in Chrom gehaltenen Wappen-Kühlergrill. Zwischen 75 kW / 102 PS und 220 kW / 300 PS im 2007 vorgestellten Passat R36 leisten die Benziner. Die Turbodiesel entwickeln zwischen 77 kW / 105 PS und 125 kW / 170 PS. Erstmals sind optional DSG-Schaltboxen an Bord; natürlich gibt es zudem erneut den 4MOTION-Antrieb im Programm.

Welches Potential der Konzern, die Marke und die Baureihe aufweisen, zeigen immer wieder neue Motoren mit niedrigsten Verbrauchswerten. Im Frühjahr 2007 etwa, stellt Volkswagen den ersten Passat BlueMotion vor, der nur noch 5,1 l/100 km verbraucht (analog 136 g/km CO2). 2009 folgt die zweite Version des Passat BlueMotion, der sich mit nur 4,4 Litern (114 g/km CO2) begnügt. Nahezu parallel debütiert der erste Passat BlueTDI, der dank SCR-Katalysator derart wenig Stickoxide entwickelt, dass der Wagen als einer der ersten weltweit bereits den Grenzwerten der im Jahr 2014 greifenden Euro-6-Abgasnorm gerecht wird. Das ist der Stoff, aus dem die automobile Zukunft geschneidert wird. Und die wird spannend und noch nachhaltiger, wie der siebte Passat.... Aber das ist ein neues Kapitel. Ebenso wie das des Passat CC, der seit 2008 als viertüriges Coupé insbesondere in Europa und den USA völlig neue Käuferschichten erschließt. Die Chancen stehen also verdammt gut, dass der Passat in den nächsten Jahren – wie zuvor der Käfer und Golf – als eines von wenigen Autos auf der Welt die Stückzahlgrenze von 20 Millionen Fahrzeugen hinter sich lassen wird.
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