Umdenken

Die Renaissance von Gleisanschlüssen für Firmen

Waren auf Schienen transportieren. - Foto: angurten.de, Christian Schön

Waren auf Schienen transportieren. - Foto: angurten.de, Christian Schön

Eine stetig steigende Anzahl von Waren wird jährlich rund um den Globus bewegt. Aufgrund standardisierter Transportketten und Container funktioniert die weltweite Wirtschaft.

Niedergang des Gütereisenbahnverkehrs
Im Sinne des Klimaschutzes ist es immer mehr Firmen angeraten, ihre zu transportierenden Waren per Bahn zu transportieren. Allerdings erwiesen sich in der Vergangenheit für private Anschlüsse die zur Verfügung gestellten Förderprogramme nur als bedingt erfolgreich.

Ein Blick auf die Anzahl der Firmen, die an das Eisenbahnnetz angeschlossen sind, offenbart den Niedergang der Gütereisen. Seit der Bahnreform vor 25 Jahren verschwanden mehr als 9.000 Verbindungen. Zum Ende des Jahres 2018 gab laut Statistischem Bundesamt von den ehemals 12.000 privaten Gleisanschlüssen nur noch lediglich 2.351.

Kehrtwende für den Klimaschutz
Das Bundesverkehrsministerium strebte ein Gegensteuern an. Für den Neubau, den Ausbau oder der Reaktivierung von stillgelegten Anschlüssen wurden für private Investitionen innerhalb fünf Jahren 200 Millionen Euro Fördermittel bereitgestellt. Der damalige Verkehrsminister Andreas Scheuer von der CSU zeigte sich überzeugt, dass Unternehmen eher gewillt sind ihre Waren per Bahn zu transportieren, je einfacher und kürzer der Weg zur Schiene sei. Ein direkter Gleisanschluss oder ein in der Nähe befindlicher Verladebahnhof sollte den Unternehmen die Entscheidung für den Schienentransport erleichtern.

Eine Kehrtwende in Sachen Schienentransport fordern Verkehrspolitiker, Experten und nicht zuletzt die Eisenbahnbranche bereits seit vielen Jahren. Das Verschwinden der Gleisanschlüsse reduzierte somit nicht unerheblich auch das Geschäft der Eisenbahnbranche. Zwar transportieren natürlich Handel und Industrie immer mehr Waren, jedoch dies in erster Linie auf der Straße. Dies hat zur Folge, dass der Anteil des gesamten Transportvolumens per Schiene seit Jahren bei 18 Prozent stagniert. Die Politik hat es sich zum Ziel gemacht, bis zum Jahr 2030 den Anteil auf 25 Prozent anzuheben. Allerdings sind für das Erreichen des Ziels mehr Verladestationen vonnöten.

Entsprechend dem von der EU-Kommission bewilligten Programm lassen sich Kosten für die Schieneninfrastruktur bis zur Hälfte, Kosten wie beispielsweise für das Umladen von Gütern benötigter Infrastruktur, bis zu 80 Prozent fördern.

Dieses Förderprogramm ist nicht das Erste der Bundesregierung. Bereits seit 2004 gibt es Zuschüsse für Gleisanschlüsse. Dies erwies sich jedoch in der Vergangenheit wenig erfolgreich. Der Bund hat zwischen 2004 und 2018 Gelder in Höhe von 130,7 Millionen Euro für 171 Anträge bewilligt. Dies wiegt allerdings keineswegs die Tausende Anschlüsse auf, derselben Zeit stillgelegt wurden.

Verdopplung der Fördermittel
Mit der Verdopplung der zur Verfügung gestellten Mittel soll es diesmal jedoch klappen. Auch die Deutsche Bahn, die den größten Güterbahnbetreiber darstellt, will mit zu Zügen zusammengestellten und durch eine dynamische Gleiswaage gewogenen einzelnen Waggons den Verkehr nachhaltig erhöhen.

Seit langen fährt trotz boomenden Transportmarktes die Güterbahn stetig steigende Verluste ein. Um dem entgegenzuwirken, versuchte es die Bahn in der Vergangenheit mit Schrumpfen. Nun soll Wachstum die Wende bringen und die angeschlagene Cargo-Sparte wieder voranbringen.

Neue Übernachtverbindungen sollen neue Kunden anlocken. Auf sieben Linien zwischen deutschen Wirtschaftszentren, wo jeder Kunde einzelne Waggons einstellen kann und die immer fahren, sind das Ziel. Zwischen Hamburg und Köln wurde bereits eine Linie eingerichtet, weitere sind geplant.

Dem immensen Problem der Güterbahn, dem Einzelwagenverkehr, soll mit diesen Übernachtverbindungen entgegengewirkt werden. Hier fahren keine kompletten Containerzüge. Stattdessen werden bei den Industriekunden einzelne, mit Gütern befüllte Waggons direkt abgeholt. Anschließend kommt es zum Zusammenstellen zu Zügen, die dann wiederum den Empfängern zugestellt werden. Damit sich daraus jedoch ein profitables Geschäft entwickelt, bedarf es weitaus mehr an Gleisanschlüssen.

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