Diesel ja oder nein

Das müssen Sie über den Abgasskandal wissen

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Der Abgasskandal nahm 2015 seinen Lauf, nachdem enthüllt wurde, dass der Autokonzern VW seine Dieselfahrzeuge systematisch manipuliert hat, um einen geringeren Schadstoffausstoß vorzutäuschen. Mittlerweile ist klar, dass auch andere Hersteller betrogen haben. Sie, als Endverbraucher, haben das Recht, wenn auch Ihr Fahrzeug von der Manipulation betroffen ist, Schadenersatz von dem Hersteller zu fordern.

Ist mein Auto betroffen?

Besitzen Sie ein Dieselfahrzeug? Dabei ist es egal, ob Sie es gebraucht gekauft haben oder als Neuwagen. Sicherlich sind Sie jetzt unsicher, ob Ihr Fahrzeug vom Abgasskandal betroffen ist. Sie können in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrtbundesamt nachsehen, ob Ihr Fahrzeug dort auftaucht. Achten Sie aber unbedingt auf den Grund des Rückrufes. Nur, wenn als Grund Manipulation an der Nox- Abgasreinigung angegeben wird, ist Ihr Auto Teil des Abgasskandals. Allerdings kann Ihr Fahrzeug auch manipuliert worden sein, ohne dass das in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrtbundesamt auftaucht. In diesem Fall müssen Sie mit einem teuren Sachverständigengutachten beweisen, dass eine Abschaltvorrichtung verbaut wurde. Wenn der Sachverständige feststellt, dass eine Abschaltvorrichtung vorliegt, muss der Hersteller nachweisen, warum dies ausnahmsweise zulässig war. Die Frage, ob diese Abschaltvorrichtung illegal war, ist also nicht Ihre Aufgabe, sondern die des Herstellers.

Ihre Rechte

Ihr Diesel hat eine illegale Abschaltvorrichtung? Dann hat es laut BGB einen Mangel. Sie als Autokäufer haben nun das Recht auf Reparatur des Fahrzeugs oder den Austausch. Entscheiden Sie sich für eine Reparatur, wird diese auf Softwareupdates und Hardwarenachrüstungen hinauslaufen. Das BGH hat 2020 entschieden, dass der Fahrzeughersteller beim Einbau der Abschaltvorrichtung vorsätzlich und sittenwidrig gehandelt hat. Sie haben daher das Recht auf Schadensersatz. Dieser bezieht sich auf den Mindestwert des Fahrzeuges.

Was muss ich tun, wenn mein Auto manipuliert wurde?

Zunächst sollten Sie dem Autohändler gegenüber – vor der Durchführung der Nachrüstmaßnahmen – Gewährleistungsrechte geltend machen. Stellen Sie dem Hersteller eine Frist, zu der er die Mängel beseitigen muss. Auch dem Hersteller gegenüber sollten Sie möglichst schnell handeln. Hier empfiehlt es sich, auf Rechts-Experten zu setzen, die sich auf den Abgasskandal spezialisiert haben. Wenn Sie eine Rechtschutzversicherung schon vor dem Kauf des Autos hatten, kommt diese im Falle eines behördlichen Rückrufes, für die Kosten eines eventuellen Verfahrens auf. Wenn Sie Ihr Auto behalten wollen, müssen Sie es auf jeden Fall nachrüsten lassen. Ansonsten kann die Fahrzeugzulassungsbehörde Ihr Fahrzeug im schlimmsten Falle stilllegen.

Lohnt sich der Diesel noch?

Die Zukunft des Autos liegt in grünen und smarten Elektroautos, das zeigt sich auch in den schrumpfende Verkaufszahlen für Dieselfahrzeuge. 2020 lag der Anteil von Dieselfahrzeugen noch bei 28 Prozent, im Jahr 2021 nur noch bei knapp 20 Prozent. Das liegt vor allem am Dieselverbot in vielen Städte und an Gerüchten um die Abschaffung des sogenannte Dieselprivilegs – dem Steuervorteil an der Zapfsäule. Auch die Hersteller haben nach dem Abgasskandal reagiert, indem sie die Modelle mit Dieselantrieb streichen. Herstellerübergreifend wurden seit 2015 bei mehr als 20 Modellen der Diesel gestrichen. War der Diesel vor ein paar Jahren noch sein Geld mehr als wert, lohnt er sich heute eigentlich nicht mehr.

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