Deshalb ist ein Kfz-Gutachten sinnvoll

Sachschaden nach einem Autounfall – Das Kfz-Gutachten

Unfälle passieren jeden Tag. - Illustration: pixabay.com (1995852)

Unfälle passieren jeden Tag. - Illustration: pixabay.com (1995852)

Waren wir in einen Autounfall verwickelt, kann das eine teure Angelegenheit werden. Schadensersatzzahlungen entschädigen die unschuldige Partei. Damit man genau die Zahlungen erhält, die man aufgrund der Schadenshöhe verdient, muss man dafür ein Kfz-Gutachten beauftragen. Nur so hat man bei eventuellen Streitigkeiten vor Gericht einen Beweis dafür, welcher Schaden durch den Unfall entstanden ist und deshalb bezahlt werden müsste. Was sollten wir über das Kfz-Gutachten wissen?

Wozu dient ein Kfz-Gutachten?

Das Kfz-Gutachten hält den Zustand eines Autos nach einem Autounfall fest. Dabei kontrolliert ein unabhängiger Auto-Gutachter, welche Schäden bei dem Unfall entstanden sind und was den Berichten über das Geschehen entsprechend bereits vorher vorhanden war.

Damit ist dieses Gutachten eine wichtige Grundlage, um Schuldzuweisung, Schadensersatzforderungen und die Höhe von Reparaturkosten in Streitfällen mit anderen Unfallbeteiligten klären zu können.

Was beinhaltet das Kfz-Gutachten?


Ein Schadengutachter sollte mindestens die folgenden Informationen in seinem Gutachten festhalten:
  • Technische Daten des Fahrzeugs incl. Sonderausstattungen
  • Festhalten von älteren Schäden
  • Unfallbedingte Schäden & ihre Dokumentation
  • Empfehlungen des Reparaturwegs, geschätzte Reparaturdauer & Ausfallzeit
  • Wiederbeschaffungswert vor dem Unfall/Wertminderung & Restwert danach
  • Urteil über die Wirtschaftlichkeit einer Reparatur

Warum braucht man ein Gutachten?

Das Kfz-Gutachten ist eine Absicherung für den Fahrzeugbesitzer eines Unfallwagens. Es dient als Streitschlichter und Entscheidungsfindung in Gerichtsverfahren. Hier kann erkannt werden, welcher Schaden entstanden ist, wie viel Geld für die Reparatur aufkommt und wie viel Schadensersatz der Verantwortliche oder dessen Versicherung zahlen müssen.

Der Gutachter kann nicht nur die Kosten des Schadens darlegen, sondern auch Beweise finden, wenn der Ablauf des Unfalls nicht klar ist. Hier erkennt er zum Beispiel, ob der Besitzer des Wagens alte Kratzer zu dem neuen Schaden hinzuzuzählen versucht.

Im Fall einer Auseinandersetzung mit dem Gericht oder einer Versicherung liegt es an dem Schadentragenden zu beweisen, welcher Schaden durch den anderen entstanden ist. Ein unabhängiger Experte als Begutachter kann so stichfest Behauptungen und falsche Beschuldigungen aus dem Weg räumen, um ein faires Urteil herbeizuführen.

Ein Kfz-Gutachten beauftragen

Ein Gutachten wird ab einem Schaden von 750 € (die Bagatellgrenze) empfohlen. Unter diesem Betrag reich in der Regel ein Kostenvoranschlag für die Reparatur, damit die Versicherung ihn übernimmt.

Je nachdem, ob der Wagen Kasko-versichert ist, kann das Beauftragen des Gutachters unterschiedlich ablaufen. Grundsätzlich ist es das Recht des unschuldigen Unfallteilnehmers einen sachverständigen Gutachter zu beauftragen, um die Unschuld zu beweisen. Ist das erfolgreich, muss der Unfallverursacher, beziehungsweise seine Versicherung, für das Kfz-Gutachten und alle anderen Kosten (Anwalt, Reparatur, Ersatzfahrzeug...) zahlen.

Bei einer Kaskoversicherung wird je nach Vertragsbedingungen erst dann für einen Gutachter gezahlt, wenn er durch die Versicherung selbst gesucht und beauftragt wurde. In jedem Fall ist es empfehlenswert einen unabhängigen Gutachter zu suchen, damit keine bevorzugten Entscheidungen vorgeworfen werden können.

Genauso sollte man nicht unbedingt den Gutachter einstellen, den die schadentragende Versicherung empfiehlt. Er könnte zu ihren Gunsten entscheiden. Meist erstellen die Versicherungen ohnehin ein eigenes Gegengutachten, um den Inhalt des eigenen zu prüfen oder anzufechten. Die beste Wahl, die von der Gegenseite nur schwer angegriffen werden kann, ist ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger.

Das Kfz-Gutachten vor Gericht


Das Gutachten, das durch den unschuldigen Teilnehmer eingereicht wird, ist als Beweismittel vor Gericht ausreichend. Nur, wenn die Gegenseite Mängel darin erkennt und legitime Zweifel aussprechen kann, kann eine erneute Einschätzung des Wagens veranlasst werden.

Das Kfz-Gutachten anfechten


Die Gegenseite fechtet ein Gutachten überwiegend dadurch an, dass sie die Qualifikationen des Sachverständigen infrage stellen. Daneben sind jegliche Unklarheiten oder Schadensangaben, die nicht dem Unfallvorgang entsprechen, ein Auslöser dafür, dass ein Gutachten erfolgreich abgelehnt wird. In diesem Fall müssen die Kosten dafür nicht durch die Versicherung erstattet werden.

Die Kosten eines Unfallgutachtens

Die Kosten des Gutachtens werden von der Kasko- oder Haftpflichtversicherung des Verursachers übernommen. Wie hoch sie sind, wird anhand einer vorgegebenen Tabelle an Kosten berechnet, die sich an der Schadenshöhe orientiert. Meist wird ein Stundenhonorar berechnet, weshalb das Gutachten teurer ist, je komplexer der Schaden ist.

Deshalb kann man auch keine universellen Angaben zu der Höhe des Betrags machen. Wie die Reparaturwerkstatt stellt auch der Gutachter zunächst einen Kostenvoranschlag aus.

Fazit

Der geschädigten Person in einem Kfz-Unfall steht das Recht zu, einen Gutachter ihrer Wahl zu beantragen, um die entstandenen Schäden und Reparatur- sowie Ausfallkosten festzuhalten. Darauf basiert die Höhe der Entschädigungszahlungen, die durch die Versicherung des Verursachers übernommen werden müssen. Auch die Kosten für das Gutachten werden durch den Verursacher getragen.

Wenn man die Reparatur sorgfältig dokumentiert, kann man diese danach auch selbstständig übernehmen. Empfohlen ist das aber nur bei einem ausreichenden Fachwissen. Nur so sind die Sicherheit und das Vermeiden von Problemen bei einem künftigen Unfallgutachten gegeben.
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