Erster serienmäßiger Fußgänger-Airbag im V40

Vor 25 Jahren kam der erste Volvo mit einem Airbag auf den Markt

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Serienmäßig im Volvo V40: Der Fußgängerairbag. Bild: Volvo

Serienmäßig im Volvo V40: Der Fußgängerairbag. Bild: Volvo

Die Automarke Volvo feiert ein besonderes Jubiläum und blickt auf zweieinhalb Jahrzehnte steter Weiterentwicklung des lebensrettenden Sicherheits-Features Airbag zurück. Seit 1987 der erste mit einem Airbag ausgestattete Volvo vom Band rollte, das Modell Volvo 760, wurde der Sicherheitsstandard von Airbag-Systemen immer wieder weiter entwickelt und revolutioniert. Volvo brachte sowohl den in die Sitzlehne integrierten Seiten-Airbag als auch den Kopf-Schulter-Airbag zur Marktreife. 2012, im Jubiläumsjahr des Airbags bei Volvo, werden 25 Jahre im Dienste der Sicherheit mit der Einführung des weltweit ersten serienmäßigen Fußgänger-Airbags im neuen Volvo V40 gefeiert.

Zu den wichtigsten Entwicklungszielen von Volvo gehört es traditionell, in jeder Fahrzeugklasse Maßstäbe im Bereich der aktiven und passiven Sicherheit zu setzen. In den Modellen bündeln sich Kompetenzen und Erfahrungen aus mehr als acht Jahrzehnten Volvo Sicherheitsforschung.

Fast zur gleichen Zeit als Volvo das weltweit erste Automobil mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten vorn auslieferte, 1959 im Modell Amazon, begann auch die Geschichte des damals keinesfalls unumstrittenen Airbags. So beschreibt ein Patent aus dem Jahr 1955 ein System, das dem heutigen ähnelt, nur dass der Fahrer den Airbag beim Unfall selbst per Knopfdruck auslösen musste. Auch für die Variante, bei der sich der Airbag mit Gas auffüllt, war kein Experte wirklich Feuer und Flamme.

Erster Praxistest in den USA
Volvo selbst schickte bereits 1982 in den USA eine Flotte von 200 Fahrzeugen zu Tests auf die Straßen, die mit einem Airbag ausgestattet waren. Seinerzeit ein Kooperationsprojekt zusammen mit dem amerikanischen Versicherungsunternehmen Interstate. Der Durchbruch kam 1984, als in den USA ein Gesetz verabschiedet wurde, das binnen drei Jahren die Ausstattung neuer Fahrzeuge mit automatischen, nicht mehr von den Insassen selbst zu aktivierenden Schutzvorrichtungen, einforderte.

1987 kam dann der erste Volvo mit Fahrerairbag in den USA auf den Markt, der Volvo 760. Im Jahr 1989 experimentierte Volvo darüber hinaus mit einem so genannten Eurobag, der kleinere Dimensionen aufwies – ein Projekt, das auf einer Sicherheitskonferenz im gleichen Jahr vorgestellt, aber anschließend nicht weiter verfolgt wurde. Den Beifahrer-Airbag führte der schwedische Hersteller im Jahr 1992 bei den Modellen Volvo 960 und Volvo 850 ein. Die Technik der Front-Airbags schützt auch heute noch im Zusammenspiel mit anderen Sicherheits-Tools, wie dem Gurt, tagtäglich Leben.

Erstklassiger Schutz auf allen Plätzen
„Einen Airbag zu entwickeln, ist nicht die große Kunst“, erklärt Lennart Johansson, Leiter Insassensicherheit bei der Volvo Car Corporation in Göteborg. „Diese besteht darin, den Airbag dazu zu bringen, genau im richtigen Moment auszulösen. Deshalb haben wir uns zuletzt im Wesentlichen auf die Faktoren Timing und Performance konzentriert. Heute können wir mit unserer neuesten Technik sogar die Airbag-Befüllung auf die einwirkenden Kräfte, also die Schwere des Unfalls, abstimmen.“

Mindestens genauso wichtig ist jedoch das Zusammenspiel von Airbag und interagierenden Sicherheitsfeatures. Die Funktion der einzelnen Schutzelemente ist so sorgfältig aufeinander abgestimmt, ihre Steuerung so kombiniert, dass die Rückhalte- und Auffangsysteme ihre Wirkung optimal erfüllen können. „Mehr Airbags heben nicht automatisch das Sicherheitsniveau eines Fahrzeugs“, erläutert Johansson. „Vielmehr ist es entscheidend, systematisch die Interaktion zwischen Karosseriestruktur, Sicherheitsgurten, Airbags und Details wie der Lenksäule zu analysieren. Erst dadurch lässt sich beim Unfall die optimale Absorption der Aufprallkräfte gewährleisten.“

Volvo – Erfinder des Seitenaufprallschutzes
Einige der wichtigsten Ergänzungen zum Frontairbag war die Einführung des Seitenaufprall-Schutzsystems SIPS bei Volvo. Der neuen Karosseriestruktur, die gezielt die Aufprallkräfte absorbiert, folgten Weltneuheiten wie der Seiten-Airbag und der Kopf-Schulter-Airbag. „Es war ein wichtiger Schritt, den Seiten-Airbag und den Kopf-Schulter-Airbag zum festen Bestandteil des in die Karosserie integrierten Seitenaufprall-Schutzsystems zu machen“, erinnert sich Airbag-Spezialist Johansson.

Umfassender Passantenschutz feiert Premiere
„Beim neuen Volvo V40 ist es das erste Mal, dass bei der Grundausstattung eines Fahrzeugs ein System zum Einsatz kommt, das Fußgänger schützen kann“, sagt Lennart Johansson. Johansson, der schon in den achtziger Jahren Pionierarbeit in Sachen Airbag-Sicherheitstechnik leistete, fügt hinzu: „Der Vorteil moderner Airbag-Technik besteht darin, dass sie mit einem Minimum an Platz auskommt und doch ein hohes Sicherheits-Level garantiert. So wie der jetzt beim Volvo V40 eingeführte Fußgänger-Airbag.“

Das weltweit erste serienmäßige Passantenschutz-Feature registriert den Kontakt zwischen Fahrzeug und Fußgänger. Lässt sich eine Kollision nicht mehr verhindern, sorgen Sensoren in der vorderen Stoßstange des Volvo V40 dafür, dass die Motorhaube um circa zehn Zentimeter angehoben und gleichzeitig der Airbag ausgelöst wird. Dieser deckt dann ein Drittel der Windschutzscheibe, die Scheibenwischerarme sowie einen Großteil der A-Säulen ab. Der geöffnete Airbag und die angehobene Haube tragen gemeinsam dazu bei, die Schwere möglicher Verletzungen deutlich zu reduzieren.

Ziel bleibt, die sichersten Fahrzeuge der Welt zu bauen
Die Airbag-Technik hat, seit sie bei Volvo vor 25 Jahren eingeführt wurde, einen großen Wandel durchgemacht. „Wir konnten die Wirkung der Airbags ganz erheblich verbessern“, resümiert Johansson. „Die heutige Technik ist viel differenzierter auf den jeweiligen Kollisionsablauf und die Fliehkräfte abgestimmt, denen Insassen bei Unfällen unterliegen.“ Und auch zukünftig möchte Volvo seiner Vorreiterfunktion in diesem lebenswichtigen Innovationsprozess treu bleiben. „Die Airbag-Technik bleibt“, so Johansson, „auch nach 25 Jahren ein elementarer Bestandteil unserer Zielsetzung, die sichersten Fahrzeuge der Welt zu bauen. Sie weiterzuentwickeln heißt, herausragenden Sicherheitsstandard in ganz unterschiedlichen Unfallsituationen geben zu können".
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